Lokale NS-Geschichte im Unterricht

Materialien – Themen – Vorschläge



Die Beschäftigung mit lokaler Geschichte, der Geschichte vor Ort, kann exemplarische Erkenntnisse über das Funktionieren des „großen Ganzen“, des nationalsozialistischen Staates also, liefern. Umgekehrt wird auch deutlich, wie sich Entscheidungen und Entwicklungen auf der Ebene der „großen Politik“ auf die lokale Ebene, hier die Stadt Celle, auswirkten. Deutlich kann so beispielsweise werden, dass die Vernichtung der europäischen Juden einen Anfang auch in der unmittelbaren Nachbarschaft hatte, dass Opfer und Täter in den Mauern dieser Stadt wohnten. Die „große Politik“ in Berlin war ohne das aktive Handeln, Mitmachen oder Wegsehen aller Menschen, auch in der Provinz, nicht möglich.

Die hier zur Verfügung gestellten Module verstehen sich als Ergänzung des Unterrichts. Aspekte der Geschichte, die allgemein oder auf der Ebene der „großen Politik“ behandelt werden, können mit diesen Materialien auf eine andere, konkretere und nähere Ebene gebracht werden. Durch diese Konkretisierung und „Verortung“ kann sich eine Verbindung mit der eigenen, unmittelbaren Umgebung der Schülerinnen und Schüler, der Geschichte der Heimatstadt und so irgendwie auch mit der eigenen Geschichte ergeben. In diesem Zusammenhang sei der Historiker Wolfgang Benz zitiert:

Erinnerung bedarf der Konkretisierung, und die erfolgt immer im Kleinen, also in der unmittelbaren Lebenswelt.

Aus dem Lernen über Geschichte kann auch ein Lernen aus der Geschichte werden. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus kann die Bedeutung von Demokratie und Grund- und Menschenrechten verdeutlichen und zeigen, dass diese nicht selbstverständlich sind. Durch den konkreten Bezug „vor Ort“ wird deutlich, dass Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Benachteiligung ihren Anfang oft schon in der Nachbarschaft hatten. Von diesen Erkenntnissen ausgehend können Bezüge zur Gegenwart und zur unmittelbaren Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hergestellt werden.

Ausdrücklich sei noch darauf hingewiesen, dass sich die Fragestellungen in den einzelnen Modulen als Vorschläge verstehen.

Die Module können auch als Einstieg in verschiedene Themen verstanden werden, die dann, z.B. im Rahmen einer Facharbeit, weitergehend bearbeitet werden könnten. Auch können Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, Literaturrecherche oder Recherche in einem Archiv vermittelt und eingeübt werden.

Das Projekt wurde im Auftrag des Diakonischen Werkes Celle von Tim Wegener erarbeitet.

AnhangGröße
Modul: Erinnerung im öffentlichen Raum (pdf)3.96 MB
Modul: Denunziation (pdf)116.76 KB
Modul: Tabakhändler (pdf)113.11 KB
Modul: Links und Literatur (pdf)62.24 KB
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