Stationen

  • Am 8. April 1945 war Celle Ziel eines Luftangriffs. Güterbahnhof, Gaswerk und ganze Häuserreihen östlich der Bahn wurden zerstört. Viele Celler Bürger, Soldaten und Flüchtlinge fanden den Tod. Doch sie waren nicht die einzigen Opfer. Denn die Bomben trafen einen im Bahnhof stehenden Transport mit KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Salzgitter-Drütte.
  • Alle in der Weimarer Republik entstandenen Reformansätze im Strafvollzug wurden im Nationalsozialismus sofort abgeschafft. "Bessern oder vernichten" war das neue Credo.
  • Im Mai 1921 trat Manfred Herzfeld (geb. 1887) in die Celler Rechtsanwaltskanzlei von Dr. Julius von der Wall, Mühlenstraße 25, ein. Dardurch wurde die Kanzlei zu einer der größten des OLG-Bezirks. Sie war lange die einzige von jüdischen Anwälten betriebene Praxis in Celle. Herzfeld, seine Frau Hedwig (geb. 1891) und die Tochter Eva (geb. 1919) wohnten zunächst Am Bahnhof 7 (heute Bahnhofsplatz);...
  • Das "Otto-Telschow-Haus" in der Trift 20/21 beherbergte ab 1936 die meisten Gliederungen der NSDAP. Die Stadt Celle hatte die in ihrem Besitz befindlichen Gebäude zu Bürohäusern ausgebaut, in denen die Kreisleitung der Partei, zunächst noch unter dem Kreisleiter Herbert Bangemann aus Ahnsbeck, wirkte. Die NSDAP-Zentrale wurde nach dem Leiter des Gaus Ost-Hannover,...
  • Bei der Kreistagswahl des Jahres 1929 hatte die NSDAP im Landkreis Celle nur zwei von 24 Sitzen erringen können. Die nach der Machtergreifung vorgezogenen Kommunalwahlen im März 1933 brachten der NSDAP dann mit 50 % ein noch besseres Ergebnis als bei der Reichstagswahl eine Woche zuvor. Wie in der Stadt den Oberbürgermeister Ernst Meyer ließen die Nationalsozialisten auch den seit 1919 als...
  • Das „Viktor-Lutze-Haus“ war das am 30. Oktober 1938 eingeweihte Haus des Deutschen Roten Kreuzes in der Fundumstraße 1. Namensgeber war der Oberpräsident der Provinz Hannover und SA-Stabschef Viktor Lutze. Nachdem Lutze 1943 bei einem Autounfall gestorben war, titelte die Cellesche Zeitung: „An der Bahre eines Getreuen. Stabschef Viktor Lutze und Celle“ und würdigte Lutzes besondere Verbindung...
  • Die Glaubensgemeinschaft der "Ernsten Bibelforscher“ (Zeugen Jehovas) wurden in Preußen bereits im Juni 1933 verboten und anschließend verfolgt – unter anderem wegen ihrer Weigerung, Kriegsdienst zu leisten oder sich dem Führerkult unterzuordnen (Verweigerung des Hitler-Grußes). Die kleine Celler Gruppe hielt trotzdem weiterhin Zusammenkünfte ab – u.a. in der Wohnung von Rudolf Spannhoff,...
  • Die Städtische Union war der „größte und traditionsreichste“ Veranstaltungsort in Celle. Neben kulturellen fanden hier auch politische Veranstaltungen statt, und so nutzten sie auch die Celler Nationalsozialisten schon vor 1933: Im Februar 1931 sprach hier eine Rednerin aus Berlin über „Die Deutsche Frau im Kampf mit dem nationalsozialistischen Mann um die deutsche Seele“, im März 1932 fand eine...
  • Als das Celler Bürgervorsteherkollegium nach der Kommunalwahl das erste Mal am 24. März 1933 zusammenkam, war neben Personalfragen das wichtigste Anliegen der NSDAP-Fraktion ein symbolisches: die "Umbenennung der Bahnhofstraße in Hindenburgstraße und des Unionsplatzes in Adolf-Hitler-Platz".
  • Betrachtet man die Celler Presse im Nationalsozialismus, sind zwei Zeitungen wichtig: die Cellesche Zeitung (CZ) und der Celler Beobachter (CB). Die CZ wurde 1817 als „Zellescher Anzeiger“ gegründet, erlebte einige Namenwechsel und trug seit 1869 den Namen „Cellesche Zeitung und Anzeigen“. Seit 1942 heißt sie „Cellesche Zeitung“. Ihr Verlagsgebäude befindet sich heute in der Bahnhofstraße 1-2,...
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