Pakebusch; Walter

Pakebusch wurde als Sohn eines Oberpostsekretärs 1897 in Aurich geboren. Direkt mit Kriegsbeginn hatte er sich 1914 freiwillig gemeldet und war bis zum Kriegsende Soldat. Danach war er kurzzeitig als Zivilangestellter bei seinem ehemaligen Regiment beschäftigt, bevor er von 1919 bis 1921 in Varel und Oldenburg Maschinenbau und Elektrotechnik studierte. Ende 1921 zog er nach Celle, wo er eine Anstellung bei einer Celler Firma für elektrische Licht- und Kraftanlagen gefunden hatte. In Celle gründete Pakebusch mit einigen anderen ehemaligen Frontsoldaten eine Ortsgruppe des nationalistischen und antidemokratischen "Stahlhelm". 1923 schloss er sich der Deutsch-Völkischen Freiheitspartei (DVFP) an, für die er 1924 in das Bürgervorsteherkollegium einzog. Erst mit Ablauf der Wahlperiode trat Pakebusch zum 1. Dezember 1929 dann in die Ortsgruppe der NSDAP ein, zu deren Leiter er zum 30. April 1932 vom NSDAP Gaus-Leiter Telschow ernannt wurde. Nach der Kommunalwahl 1933 wurde Pakebusch zum unbesoldeten Senator und Bürgermeister gewählt. Als NSDAP-Kreisleiter wirkte er bis zum Zusammenschluss der Kreise Celle-Stadt und Land im Juni 1935. Er war dann zunächst als Gauinspekteur tätig, bevor er als Nachfolger von Hermann Passe Anfang 1940 erneut Kreisleiter wurde. Anfang 1942 war er aber nach einer Frauenaffäre und dem Selbstmord seiner Ehefrau für die Partei untragbar geworden. Seine Amtsenthebung erfolgte offiziell aber wegen unberechtigten Tragens des EK I und Urkundenfälschung, wofür er zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt und bei Verlust aller Ämter aus der Partei ausgeschlossen worden war. Die gegen ihn verhängte Strafe verbüßte Pakebusch nur zum Teil. Im Entnazifizierungsverfahren wurde der ehedem mächtigste Celler Naziführer zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, auf die bis 1948 andauernde Internierungshaft angerechnet wurde. Pakebusch lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1976 in Celle. Vgl. Bertram 1992.